"The list"

In den vergangenen Jahren habe ich eine besondere Vorliebe für Listen entwickelt und zwar für jegliche Lebenslage - es hat eigentlich ganz simpel damit angefangen, dass ich gemerkt habe wie viel ich erreiche und erledigt bekomme, sobald ich mir sogar noch vor dem Frühstück eine To Do-Liste für den Tag erstelle. Das befriedigende Gefühl nach jeder erledigten Aufgabe die Liste vorzuknöpfen und durchzustreichen ist oft schon Belohnung genug für mich!

[Mein Tipp für nervige Angelegenheiten wie Hausarbeiten oder Aufräumen: Aufgaben in kleinere Einheiten aufteilen, sodass man tatsächlich "Erfolg" erkennen kann und nicht das Gefühl hat vor einem riesigen Berg zu sitzen und nicht zu wissen wo man eigentlich anfangen soll!]

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass viel zu oft den Gedanken hatte "Ach, dafür ist doch noch genug Zeit..." bis ich dann Tag für Tag im Alltag versunken bin. Manchmal weiß ich selbst nicht worauf ich warte um die Tage tatsächlich sinnvoll zu nutzen [vielleicht bin ich auch einfach eine geborene Couch Potato], manchmal warte ich bis die Uhr tatsächlich tickt und ich in Zeitnot gerate.

Wie damals als ich 2010 nach Bonn gezogen bin und es erst 2015 vor meinem Umzug geschafft habe den Drachenfels hochzulaufen, die Kirschblüten in der Altstadt zu sehen oder das First Flush auszuprobieren.

Oder wie damals als ich im Auslandsjahr in Korea erst in den letzten beiden Monaten die günstige Lage genutzt habe um nach Tokio und Hong Kong zu fliegen - statt es bereits in den zehn Monaten zuvor in aller Ruhe irgendwann gemacht zu haben.

Oder wie damals als ich dann in Seoul erst in den letzten Wochen ins Königspalast gegangen bin, mit meinen Mädels die traditionellen Kleider anprobiert habe und zum ersten Mal nach Hyehwa gefahren bin!

Man erkennt irgendwie schon ganz deutlich ein Muster: Ich mach gern alles auf den letzten Drücker! *hust* Zum Glück habe ich zumindest ein bisschen aus meinen Erfahrungen gelernt und mir zwei Angewohnheiten angeeignet um gegen das kartoffelige Dasein anzukämpfen:

Instagram

A Picture a day

Für mich ist es zum Ziel geworden jeden Tag mindestens ein Foto auf Instagram hochzuladen - nicht, weil ich mich um ein Hochglanzprofil bemühe, sondern weil ich mir dadurch automatisch jeden Tag vornehme etwas Besonderes, etwas Außergewöhnliches für mich zu tun oder mir einfach nur bewusst eine kleine schöne Auszeit zu nehmen.

Es ist eine Art "Tagebuch" für mich geworden, weswegen ich es nie geschafft habe ein besonderes "theme" für mein Profil durchzuziehen - Weil jeder Tag einfach doch ein bisschen anders ist und die Bilder auch meine Stimmungen und Launen widerspiegeln.


The list

Track your life Goals

Ich glaube vor Jahren habe ich bereits schon eine Einladung zu der Seite "Bucketlist" bekommen, aber damals habe ich noch gedacht, dass ich "jetzt noch keine Zeit, kein Geld und keine Möglichkeiten" dafür hätte. Aber die Sache ist die: "Wenn nicht jetzt, wann dann?"

Food-, Sightseeing- und To Do-Listen habe ich auf Reisen schon immer angefertigt, aber warum nicht mehrere Listen anfertigen um den Alltag Alltag sein zu lassen: Dinge, die man wirklich und tatsächlich bis zum Jahresende erledigt haben möchte [und nicht sowas wie 10kg abnehmen, sondern fünf neue Rezepte ausprobieren oder alternativ auch fünf neue Restaurants *höhö*], oder eine Film-Liste [weil man sonst immer wieder zu denselben Filmen greift oder viel zu lange sucht und am Ende doch eine Folge Supernatural, Big Bang Theory oder HIMYM schaut] oder eine richtige Bucketlist fürs Leben.

Natürlich gibt es für alle Punkte der Liste seine eigene Zeit und ich sag auch nicht, dass man all sein Hab und Gut verkaufen sollte, seinen Rucksack packen sollte um sich auf den Weg zu machen um seine Liste abzuhaken - aber eine Liste zu haben, die man vor Augen hat, die man korrigieren und abändern, auf der man Punkte hinzufügen und durchstreichen kann, war für mich der erste Schritt in die richtige Richtung.

Das klingt möglicherweise nach etwas Arbeit und von meiner Seite aus viel zu euphorisch, aber ich bin wirklich happy, dass ich diesen Tick mit den "Listen" entwickelt habe [auch wenn ich teilweise schon von meinen Freunden dafür geneckt werde... *hust*]. Allein wenn ich auf das vergangene Jahr zurückblicke gibt es so viele Dinge, die ich ohne den Drang meine Liste endlich "abzuarbeiten" vielleicht nie in Angriff genommen hätte:

  • Ich hätte den Tandemsprung mit meinem Bruder nicht gemacht [weil ich mächtig Respekt vor Höhen habe, aber da war damals ein Angebot auf Groupon und ich dachte "Dann kommt es endlich runter von der Liste!"]
  • Ich hätte nicht mein letztes Erspartes zusammengekratzt um einmal Weihnachten in Paris zu verbringen und endlich ins Disneyland Paris zu gehen [mein Ziel ist es alle Disneyparks auf der Welt zu besuchen!]
  • Ich hätte mich nie zu einer Reise nach Indien getraut [... weil man doch so vieles Schlechtes in den Medien hört, wäre ich wohl nie allein geflogen! Aber dank der Studienreise nach Mumbai und Pune bin ich unendlich dankbar für das bunte, chaotische und exotische Abenteuer und die daraus entstandenen Freundschaften]
  • Ich hätte es wahrscheinlich mit dem Sprung von der Fahrradbrücke in Konstanz nie wirklich durchgezogen oder
  • ich hätte es mit dem Segelausflug nie richtig organisiert bekommen [und wäre dann wahrscheinlich auch bisher noch nicht nachts im Bodensee Nacktbaden gewesen *muhahaha* Davon gibt es zum Glück keine Fotos]

...und ich würde wahrscheinlich jetzt nicht gerade bei meinen Freunden in Brisbane sitzen und diesen Blogbeitrag tippen.


Im Alltag ist es schwierig die richtige Balance zu finden zwischen Arbeit und Erholung, zwischen den Dingen, die man tun muss und die man tun will. Aber in 10 oder 20 Jahren werde ich mich nicht an die Tage erinnern, die ich gefrustet über den Lehrbüchern verbracht habe oder an denen ich komplett faul auf der Couch rumgelegen habe [aber manchmal muss das auch sein!].

Daher ist es mir wichtig in Bewegung zu bleiben und etwas Auszeit, etwas bewusste Erholung oder etwas Spannendes [klingt fast wie ein Ü-Ei!] mit in jeden einzelnen Tag zu integrieren.


Neben meinen gekritzelten Listen und meinen imaginären Listen habe ich mir gedacht, dass ich mich wieder mal an der Seite "Bucket List" ran tasten möchte und habe mir gerade eben erst beim Tippen dieses Blogbeitrags einen neuen Account erstellt *höhö*

Hier ist meine noch-nicht-richtig-angefangene Bucket-Liste!

Seid ihr auch auf Bucket List?
Hinterlasst mir doch euren Account, damit ich euch folgen und mich von euch inspirieren lassen kann [*hust* Ideen klauen *hust*]

Wie findet ihr Listen?
Habt ihr vielleicht auch eine Angewohnheit mit To Do-Listen?



Kommentare:

  1. Ein sehr inspirierender Post!
    Im Alltag führe ich gerne ToDo-Listen an Tagen, an denen besonders viel los ist. Für die normal-geschäftigen Tage reicht mir mein Kalender...
    Was die größeren Pläne und Ideen angeht, ändern sich die Dinge, die ich unbedingt mal tun möchte immer mal wieder. Zu Papier bringe ich diese daher nicht, aber ich behalte sie im Kopf... Hauptsächlich handelt es sich dabei derzeit um Länder, in die ich unbedingt mal reisen möchte.

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  2. Mein Problem ist es glaube ich einfach, dass ich viel zu selten diese Listen in meinen Alltag integriere. Sprich, wenn ich keine Erinnerung daraus mache, poppt sie niemals auf meinem Bildschirm auf und versinkt einfach (ich weiß, ich bin super abhängig von meinem Handy). Aber du hast Recht, wenn man sich einmal daran hält, kann man echt coole Sachen erleben :)

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  3. Der Post gefällt mir total. Wie oft kriegt man einfach seinen Hintern nicht hoch. Ich kenn das ja auch zu gut. Die Idee mit der Liste gefällt mir und es ist toll zu wissen, dass du selber bemerkt hast, dass du mehr Dinge dadurch dann doch durch gezogen hast. Finde ich klasse!

    Nur leider ist es auch so, dass je mehr man sich mit sowas beschäftigt, desto mehr erkennt man noch die ganzen Sehnsüchte und Träume die einen ja auch etwas Angst machen können.

    Ich würde mich über regelmäßige Posts bezüglich deiner Liste freuen.

    Vielen Dank für den Einblick.

    Beste Grüße

    Laura!

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  4. Ich hab auch gemerkt, dass du in den letzten Monaten viel, viel mehr gemacht hast. Und ich find es total toll!
    Bei mir stehen auch noch so viel auf meiner Bucketlist. Insbesondere Reisen. Dieses Jahr habe ich damit angefangen, einfach nen Flug zu buchen udn wegzufahren. Das hab ich mich bis dato gar nicht getraut (und auch die finanziellen Mittel nicht gehabt).
    Das nächste Projekt steht auch an, was ich seit meinem 16. Lebensjahr durchziehen will. Und nach dem Bachelor werd ich erstmal verreisen. Viel sehen, essen, hören, fühlen.
    Bin gespannt, was du in Zukunft noch machst!!

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