Wir sind mehr als das! | Advertorial

Wie oft ich schon zu hören bekommen habe "Miu ist ein Mädchen-Mädchen." - eine einfache Wertung. Eine Aussage, die vielleicht sogar mit gar keinen negativen Intention ausgesprochen wurde, aber durch das heutige Bild einer jungen Frau unserer Zeit eine bitteren Beigeschmack hat. Schmeckt irgendwie nach fehlender Emanzipation, Schwäche und irgendwie auch nach Naivität und Dummchen. 

Vielleicht gerade deswegen erzähle ich sehr selten und ungern neuen Freunden von meinem Blog. Ich winke schnell ab und sage oft nur "Joah.. ist aber nur über Kosmetik und so..."
Obwohl es seit etwa 4,5 Jahren [mit 1-2 eher mageren Blogjahren dazwischen] mein größtes Hobby ist, habe ich erst vor Kurzem den Link in mein Privatprofil auf Facebook eingebunden. Ich habe mich davor gescheut, dass gerade Menschen, die mich nicht so gut kennen oder gerade kennengelernt haben diese eine Seite an mir als erstes entdecken und mich kurzerhand in eine Schublade stecken. 

Vor ein paar Jahren habe ich einen Artikel über deutsche Blogger gelesen, dass männliche Blogger mehr über "wichtige Themen" schreiben würden, während Frauen sich den "oberflächigeren Themen" widmen würden - wieder eine einfache Wertung mit bitterem Beigeschmack. 

Einige von euch kennen meinen Blog vielleicht solange, dass sie sich an den Blogbeitrag erinnern indem ich über meine angebliche "Angst vor Deutschen" geschrieben habe - nun genau genommen ist es keine Angst vor Deutschen [ich sehe mich selbst ja als Deutsche, also ist der Titel Irrsinn gewesen], sondern die simple Lustlosigkeit auf das Schubladendenken der großen Masse, weswegen ich meinen Freundeskreis seit je her in einem kleinen Rahmen halte. Weswegen mir das Wort "Freund" nicht einfach mal schnell nur so über die Lippen geht. 

"I may seem shy at first but I do the stupidest random shit when I get comfortable with someone."


Wenn wir einem Menschen begegnen, machen wir uns unbewusst direkt ein Bild von dieser Person: Die eher Ruhige, die Schlaue, der Sportliche, das Großmaul, etc. Und so oft stellen wir im Nachhinein dann doch fest, dass sich die Person ein ganz anderes Verhaltensmuster aufweist als die eine Momentaufnahme, die wir zuvor gemacht haben. Besonders wenn es um uns Frauen gibt, habe ich noch eher verstärkt das Gefühl, dass man uns schnell in zwei Lager einteilt: 

Die Feminine - Der Kumpeltyp
Die Hausfrau - Die Karriere-Geile
Das Rosa-Röckchen - Die Nur-Hosen
Die Nagellacksammlerin - Das Gamergirl
Das Köpfchen - Die Hübsche


"Act like a lady, think like a boss!"


Nur weil ich in meiner Freizeit auch gerne darüber schreibe, dass ich meinen neuen Nagellack abgöttisch liebe, er sich aber schlecht entfernen lässt, heißt es nicht, dass ich während der restlichen Zeit mit einem Tunnelblick durchs Weltgeschehen watschel. 
So wie Models nicht gleich oberflächlich sind, Computerspezialisten blass und weltfremd und alle Polizistinnen ehrliche und gute Menschen [haben wir ja beispielsweise auch wieder gestern in "Deutschland schönste Frau" gesehen *hust*]. Und das Ganze gilt genauso für die ganzen anderen Schubladen in die die Gesellschaft uns Frauen gerne stecken: Vollzeitmütter hätten keinen Ehrgeiz, Berufstätige davon zu viel, smarte Mädchen sind langweilig - dafür hübsche Mädchen aber nichts im Kopf. 


Wir lernen Menschen nur aus einem bestimmten Zeitfenster kennen und verfolgen sie 

keine 24 Stunden 7 Tage die Woche. 



Und das ist warum ich die #SagUndDazu-Kampagne von Gillette Venus so verdammt gelungen finde: Eine Kampagne gegen Schubladendenken und Klischées, weil wir Frauen vielmehr sind als das!




Ihr habt die Werbung von Gilette Venus bestimmt schon im Fernsehen gesehen.
Wie gefällt sie euch?

Wie geht ihr mit Schlubladendenken um?
Für die Blogger unter euch: Wie offen geht ihr damit um?






Kommentare:

  1. Hi Miu,
    vielen Dank für diesen inspirierenden Beitrag!
    Mir geht es eins zu eins genauso wie dir! Bei mir war es sogar noch schlimmer denn ich habe mich lange Zeit nicht getraut überhaupt einen Blog über mein Hobby (Beauty) zu eröffnen, da es viele einfach nur lächerlich finden würden!
    Aber ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich in letzter Zeit gelernt habe, dass die Leute, die einen belächeln einfach selbst die oberflächlichsten Menschen sind und vorallem ganz und gar keine guten Freunde!
    Ich finde es so schade, dass erst wenn ein Blog "erfolgreich" wird er in der Gesellschaft als Wertbeitrag angesehen wird. Also für die männliche Fraktion meist erst wenn er Einnahmen abwirft!
    Und vorallem die Problematik mit den "wichtigen" Themen der männlichen Blogger finde ich auch sowas von engstirnig und abstruß! Denn meiner Meinung nach sind für eine Gesellschaft nicht nur Technologie, Politik und Kultur wichtig sondern gerade Menschlichkeit, Offenheit und soziale Intelligenz! Und ich finde, dass gerade die Blogs der weiblichen Verfasser diese Themen viel häufiger und umfangreicher aufgreifen!
    Und selbst wenn es nicht so wäre, könnte es allen anderen auch egal sein, denn wieso werden Frauen für ihr Hobby verurteilt und Männer sind "cool" und "normal" wenn sie stundenlang ihre Zeit mit Fifa zocken oder Fußball schauen verschwenden?!

    Ganz liebe Grüße
    Isa

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  2. Liebe Miu,
    danke für deinen tollen Beitrag! Ich kann dir nur zustimmen.
    Ich erzähle auch ungern von meinem Blog, weil mich die Menschen sofort in eine Schublade stecken. Allerdings habe ich mit der Zeit gemerkt, dass es bei mir leider wirklich eher die Deutschen sind, während andere Nationalitäten mein Hobby sofort akzeptieren. Letztere sind aber viel mehr meine Freunde geworden.
    Eine Weile fand ich es ganz furchtbar, dass einige meiner (deutschen) Arbeitskollegen mein Blog lasen und mit anderen ganz deutlich darüber lästerten und mich auch bedrohten mit "Weiß der Chef das?" - Inzwischen kann ich gut damit leben, zumal ich im Gegensatz zu ihnen durchaus gelernt habe, Arbeit und Freizeit zu trennen. Ich glaube, wir müssen einfach lernen, selbst zu unserem Bloggen und dem Blog zu stehen und dann sind die anderen ganz egal.
    Viele Grüße Jana

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  3. Interessanter Beitrag, danke dafür! Du hast das sehr schön in Worte gefasst und ich kann verstehen was dir Sorgen bereitet.
    Was ich jedoch nicht verstehen kann, ist, dass es überhaupt dazu kommen muss. Also, dass es tatsächlich Leute gibt, die jemanden in eine Schublade stecken oder - wie ich in einen Kommentare gelesen habe - deswegen gleich schief anucken und abwerten! Das finde ich sehr schade.
    Bloggen ist doch ein tolles Hobby und mal "was anderes". Und es ist definitiv kein 08/15 Hobby. Man steckt sehr viel Zeit hinein, auch Geld, und man gibt seine Gedanken und Gefühle der Welt preis. Man schreibt über Dinge, die einem persönlich wichtig sind. Und es hat durchaus einen Nutzen für andere! Man kann sich als Leser informieren, austauschen oder Inspiration holen - oder sich einfach bei einem interessanten Beitrag die Zeit vertreiben. Ich finde das klasse. Außerdem ist es doch im Computerzeitalter etwas völlig normales und gängiges.
    Nur weil man Reviews über Make Up schreibt oder ein tolles Produkt vorstellt, heißt es ja nicht, dass man den ganzen Tag nix anderes tut oder keine andren Interessen hat. Ich habe ehrlich gesagt noch gar nicht daran gedacht, dass Leute verurteilt werden könnten, weil sie bloggen.
    Lass dich dadurch nicht entmutigen, es gibt viele Menschen, die dich und deinen Blog schätzen. Und die, die dich näher kennen, werden sich keine Gedanken darüber machen und dich wegen so etwas in eine Schublade stecken. Und der erste Eindruck von einem Menschen sagt ja gar nichts. Wer sich also für dich interessiert und dich kennen lernen will, wird dich bestimmt nicht auf deinen (übrigens ganz tollen!) Blog reduzieren, sondern sehen wollen, was dahinter steckt!
    Viele Grüße,
    Sandra

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  4. @KaramellhaaseAch, Sandra! Ich hatte die letzten Tage so ein Motivationstief und dein Kommentar hat mich definitiv aus dem Loch geholt :D VIelen Dank dir ♥

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  5. Hey Miu,
    danke für diesen spannenden und interessanten Artikel! :) Also ich persönlich find's echt toll, dass du bloggst und dass du auch viel Herzblut in dein Blog reinsteckst.^^ Ich selber habe zwar auch einige Blogs eröffnet, bin aber etwas schreibfaul, weswegen ich schon lange meine Blogs nicht mehr aktualisiert habe. Ich kann mir aber gut vorstellen, mit welchen Vorurteilen Bloggerinnen ausgesetzt sind. Daher habe ich nie meinen Freunden etwas von meinen Blogs erzählt und generell möchte ich, wenn ich blogge, stets lieber anonym bleiben.
    Und dass Frauen sich, laut einem Artikel, hauptsächlich den "oberflächlicheren Themen" widmen würden, würde ich nicht sagen. Kennst du den Blog "Danger Bananas"?^^ Da geht's einerseits um Kosmetik, aber andererseits auch um Rassismus sowie Vorurteile gegenüber Asiaten. Sowieso gibt es mehrere Blogs, die sich nicht nur ausschließlich um Kosmetik, sondern auch mit gesellschaftskritischen Themen beschäftigen und da finde ich nicht, dass Bloggerinnen ausschließlich über unwichtige Themen schreiben würden. Sowieso ist ein Blog meistens dafür da, um sein Hobby nachzugehen und in deinem Fall ist es eben Kosmetik. :)

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